Hauptbahnhof: Was lange währt, wird endlich barrierefrei

Noch sind die Rolltreppen in die Straßenbahnebene versperrt. Dort wird noch an der Tramhaltestelle unter der Verteilebene gebaut. Sie soll bis 2025 in Betrieb genommen werden.  (Foto: Maximilian Tauch)
Noch sind die Rolltreppen in die Straßenbahnebene versperrt. Dort wird noch an der Tramhaltestelle unter der Verteilebene gebaut. Sie soll bis 2025 in Betrieb genommen werden. (Foto: Maximilian Tauch)
Noch sind die Rolltreppen in die Straßenbahnebene versperrt. Dort wird noch an der Tramhaltestelle unter der Verteilebene gebaut. Sie soll bis 2025 in Betrieb genommen werden. (Foto: Maximilian Tauch)
Noch sind die Rolltreppen in die Straßenbahnebene versperrt. Dort wird noch an der Tramhaltestelle unter der Verteilebene gebaut. Sie soll bis 2025 in Betrieb genommen werden. (Foto: Maximilian Tauch)
Noch sind die Rolltreppen in die Straßenbahnebene versperrt. Dort wird noch an der Tramhaltestelle unter der Verteilebene gebaut. Sie soll bis 2025 in Betrieb genommen werden. (Foto: Maximilian Tauch)

Den Bahnhof mit der ältesten noch in Betrieb befindlichen Empfangshalle einer Großstadt, erbaut im Jahre 1845, bei vollem Betrieb technisch ins 21. Jahrhundert zu bringen, ohne dabei den denkmalgeschützten Charakter des Gebäudes zu verändern, das war die nicht gerade kleine Aufgabe, die sich der Deutschen Bahn und den Stadtwerken stellte. Nach rund acht Jahren Bauzeit und der kompletten Untertunnelung des Bahnhofs, haben die Stadtwerke der Presse vor der großen Teileröffnung am Freitag einen vorerst letzten Blick in die neue Empfangshalle sowie die funktionell so wichtige Verteilebene unter den Gleisen gestattet und über den Baufortschritt der darunterliegenden zweiten Ebene informiert.

Die Größe des Projekts wird vor Ort auch dadurch anschaulich, dass der Baukoordinator der Deutschen Bahn, Bernhard Christ, auf nicht wenige fragende Blicke stößt, wenn er den Zustand des Bahnhofs vor Beginn der Bauarbeiten beschreibt. Bei vielen der Anwesenden, ist die Erinnerung an „die alte dunkle Röhre“ bereits verblasst, durch die man vor Baubeginn zu den Gleisen musste. Aus der Röhre wurde nun eine mindestens dreimal so große Ebene mit hohen Decken, die teils durch einfallendes Tageslicht aber auch durch Lichtelemente an den Wänden beleuchtet wird. Lifte und Rolltreppen sorgen dafür, dass die Passagiere künftig ohne Treppen steigen zu müssen zu den Gleisen gelangen, während große Informationstafeln den Weg weisen sollen. „Sie sehen jetzt, was wir hier an Technik verbaut haben, hier kann sich jedermann wohlfühlen”, ist sich Christ sicher.

Neben der Barrierefreiheit innerhalb des Bahnhofs gab es aber noch ein weiteres Hauptziel der Sanierungsarbeiten. Der Bahnhof soll direkt in das Regionalverkehrskonzept „Mobilitätsdrehscheibe” der Stadtwerke eingebunden werden. Insgesamt wurden 500 Millionen ausgegeben, wobei der neue Hauptbahnhof eine zentrale Rolle spielt, weshalb die Stadtwerke zusammen mit Partnern und Fördergebern aus Bund und Land rund 250 Millionen Euro in den neuen Hauptbahnhof investierten. Geplant ist, dass die Straßenbahn künftig nicht mehr vor dem Bahnhof halten muss, sondern in einer unterirdischen Haltestelle direkt unter der Verteilebene. Zur Teileröffnung am kommenden Freitag werden die Fahrgäste vorerst jedoch noch auf diese Funktion verzichten müssen. Bis voraussichtlich 2025 wird die Straßenbahn noch am Bahnhof vorbeifahren, erst dann soll auch die Straßenbahnebene samt Haltestelle unterhalb der Verteilebene in Betrieb gehen. Etliche Lieferverzögerungen im Laufe der Bauarbeiten haben jetzt dazu geführt, dass das Projekt in zwei Etappen eröffnet wird. „Insbesondere bei Kabellieferungen und Schaltanlagen, da sind die Teile auch bis heute noch nicht auf der Baustelle”, schildert Dietmar Orwat, technischer Leiter des Projekts, die derzeitige Situation.

Ob die Tram im Jahre 2025 dann noch unter dem Bahnhof in einer unterirdischen Schleife umkehren muss, hängt von der weiteren Entwicklung auf der Westseite des Bahnhofs ab. Langfristiges Ziel ist, dass die Straßenbahn den neuen Tunnel in Richtung Rosenauviertel zur Durchfahrt nutzt. Die bisherige Trasse in der Viktoriastraße durch die Pferseer Unterführung kann so entlastet werden, sobald klar ist, auf welchem Weg die neue Strecke durch das Rosenauviertel verlaufen soll. Bis dahin wird der Bahnhofstunnel wohl nur von Passanten genutzt werden. Orwat schätzt, dass zu den bisher rund 50.000 Passagieren täglich noch viele Passanten kommen. Er gehe davon aus, dass viele Fußgänger, die nicht mit dem Zug fahren wollen, trotzdem durch den Fußgängertunnel und die Bahnhofshalle in die Innenstadt gehen werden, da der Weg deutlich angenehmer ist, als der Pferseer Tunnel.

Der Bahnhof wird am kommenden Freitag ab 10.30 Uhr mit Bühnenprogramm und Musik auf dem Bahnhofsvorplatz feierlich eröffnet. Nach einer Segnung wird der Bereich dann für alle Reisenden ab etwa 12 Uhr geöffnet. Zum Start sollen die bisher in Containern vor dem Bahnhof untergebrachten Geschäfte bereits in der Empfangshalle öffnen. Das Reise- und Informationszentrum soll jedoch vorerst noch vor dem Bahnhof verbleiben und erst später ins Bahnhofsgebäude umziehen.


Von Maximilian Tauch
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